Liestal
1. Notengebung
Das Thema "Notengebungî ist am Gymnasium Liestal Teil eines längerfristigen Entwicklungsprozesses. In ihrem Leitbild verpflichten sie sich zu einer transparenten Beurteilung,
zur Beteiligung aller Lehrpersonen an der Selektion und zu einer Abstimmung der Leistungsstandards in und zwischen den Fachschaften. Wie können Sie nun aber sicherstellen,
dass Sie dies auch wirklich tun? Unserer Meinung nach kann dies nur gelingen, wenn alle Lehrkräfte gemeinsame Massnahmen ergreifen und diese auch realisieren. So führten Sie
fachschaftsinterne Projekte durch (z.B. Erstellen eines Kriterienkatalogs für mündliche Noten), die sich über das Schuljahr 1998/99 erstreckten.
Im Gespräch der Peers mit den Schüler/innen zeigte sich, dass die Notengebung im allgemeinen als gerecht empfunden wird. Die Peers stellten auf Seiten der Lehren/innen eine
durchwegs spürbare positive Einstellung zum Schulentwicklungsschwerpunkt "Notengebung" und dessen Evaluation fest. Zudem wurde deutlich, dass die Lehrkräfte vor allem Wert
auf einen anspruchsvollen Unterricht legen.
Die Lehrpersonen auf der Gymnasialstufe, so der Befund, legen großen Wert auf die Autonomie in Lehre und Unterrichtsgestaltung und zeigen sich bemüht, ihre individuelle
Unterrichtsgestaltung stetig zu verbessern. Mit den oben erwähnten Fachschaftsmassnahmen im Entwicklungsschwerpunkt "Notengebung und Selektion" ist ein erster Schritt zur
Qualitätssicherung getan worden. Es ist die Absicht der Schule, diesen Prozess kontinuierlich weiter zu verfolgen.
Um dem Leit(bild)satz "Wir beteiligen uns alle an der Selektion" und dem Wunsch von Lehrpersonen und Schüler/innen nach Beteiligung aller Fächer an der Selektion
nachzukommen, muss die Diskussion um Selektion weitergeführt werden, auch zwischen den Fachschaften.
2. Beobachtung des Unterrichts
Die Beurteilung des Unterrichtes und des Schulalltages ist sicherlich einer der wichtigsten Bestandteile einer Schulevaluation und gleichzeitig einer der schwierigsten.
Die Peers haben für diesen Evaluationsbereich die Form des Shadowing (dt. Beschatten) gewählt. Jeder Peer begleitete einen Schüler bzw. eine Schülerin während eines
Schultags. Anschliessend fand ein Gespräch mit der ganzen Klasse statt.
Die Peers stellten fest, dass sich die Schüler/innen am Gymnasium Liestal wohl fühlen. Zwischen den Schüler/innen und Lehrer/innen besteht ein Gefühl der gegenseitigen
Wertschätzung. Es herrscht eine offene Gesprächskultur und ein Klima, das Freiräume und Mitgestaltungsmöglichkeiten zulässt. Die Peers erlebten vorwiegend lehrerzentrierte
Schulstunden, allerdings erfuhren sie auch eine auffallende Skepsis der Schüler/innen gegenüber Gruppenarbeiten. Die Schüler/innen empfinden die allgemeine Schulbelastung
(Hausaufgaben, Prüfungen) als erträglich. Gelegentlich wird über die schlechte Verteilung der Prüfungen oder den zu starken Fächerwechsel von Lektion zu Lektion geklagt.
Die Peers erlebten angstfreie Prüfungsatmosphären sowie eine transparente Orientierung der Schüler/innen über die Notengebung.
Die Schüler/innen wünschen sich eine bessere Informationskultur und eine leichtere Erreichbarkeit der Schulleitung. Sie hätten gern eine Mensa, mehr Internetanschlüsse
und Arbeitsplätze.
3. Fortbildung
Fortbildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Schulentwicklung. Sie ermöglicht den Lehrer/innen, fachlich und pädagogisch auf dem Laufenden zu bleiben und ihren
Unterricht weiterzuentwickeln. Die Peers kommen nach ihrer Untersuchung des Bereichs Fortbildung zu folgendem Schluss: Geschätzt wird vom Kollegium die flexible Handhabung
der Fortbildung. Gewünscht wird ein Konzept, das Eckpunkte der Fortbildung fixiert und eine systematische interne Fortbildung sicherstellt. Die Fortbildung führt zwar nicht
immer zu einem systematischen Transfer von Inhalten in den Schulalltag, aber es funktioniert ein informeller Informationsfluss innerhalb des Kollegiums. Als besonders
fruchtbar werden die Moderationstechnik und die regelmässige Fortbildung der Klassenlehrer/innen (Kommunikationstraining) empfunden. Vom Kollegium werden die Semesterurlaube
als effizienteste Form der Fortbildung betrachtet.
Die Peers empfehlen für die Weiterentwicklung folgendes: Die im Leitbild enthaltenen Ziele zur Fortbildung sollen konkret umgesetzt werden in Vorgaben für Fachschaften und
einzelne Lehrkräfte. Der Bedarf für die Fortbildung soll systematisch durch Befragung der Lehrerinnen und Lehrer von der Schulleitung erhoben werden. Der Nutzen der
Fortbildung für die Schulentwicklung sollte sichtbarer gemacht, der Austausch innerhalb des Kollegiums über die in der Fortbildung gemachten Erfahrungen gefördert werden.
4. Arbeitstechniken für selbständiges Lernen
Unter Arbeitstechniken verstehen Sie z.B. Lesetechniken, Notizen machen, Wörter lernen, Zeitmanagement, Prüfungsvorbereitung, Vorträge halten, Nutzung des Internets,
in Gruppen arbeiten etc. Im ersten Semester der ersten Klasse werden die Schüler/innen von dem/der Klassenlehrer/in in diese Techniken eingeführt. Im Allgemeinen wird
diese Einführung als sinnvoll und wichtig betrachtet. Der Nutzen der Arbeitstechniken im Schulalltag, aber auch ausserhalb des schulischen Lernens und Arbeitens wird
als groß angesehen. Ein Hauptproblem ist, dass für Schüler/innen die Einführung durch die Klassenlehrer/innen ganz am Anfang ihrer Zeit am Gymnasium z.T. als "künstliche
Trockenübung" mit zu schwachem Praxisbezug empfunden wird. Weiter wurde festgestellt, dass die Lehrer/innen weitere Ausbildungsmöglichkeiten als sinnvoll erachten, um
alle verlangten Arbeitstechniken kompetent vermitteln zu können. Erschwerend für eine lernfördernde Einführung ist die Tatsache, dass die Schüler/innen im Bereich
Arbeitstechnik z.T. sehr unterschiedliches, mitunter überhaupt kein Vorwissen mitbringen.
Sich evaluieren zu lassen ist eine Sache. Eine andere ist sicherlich die Frage, was wir mit den Resultaten anfangen werden. Nun, nach einer intensiven Analyse und
Diskussion des Peer Reviews wird das Kollegium zusammen mit einer Vertretung der Schülerschaft im Juni die weiteren Schritte beschliessen. Nach den Sommerferien werden
wir über das weitere Vorgehen informieren.
Die Bibliothek befindet sich im Erdgeschoss des Haupttraktes. Sie steht allen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Angestellten des Gymnasiums
kostenlos zur Verfügung. Mit den Arbeitsplätzen, die für eine ganze Schulklasse ausreichen und dem umfangreichen Nachschlagebestand ist sie ein wichtiger Ort des
Lernens. Sie bietet viel Ruhe und Raum, um konzentriert arbeiten oder sich entspannen zu können.
Der Bibliotheksbestand setzt sich aus Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Karten, CDs, CD-ROMs und DVD-Filmen zusammen. Um im Netz zu recherchieren stehen vier Computer
zur Verfügung. Über zwei weitere Computer kann im Katalog der Schulbibliothek recherchiert werden. Sie arbeiten mit derselben Software wie die Kantonsbibliothek. Genügt
das Angebot der Bibliothek nicht, kann via Internet in den Katalogen der Kantonsbibliothek, der Universitätsbibliothek Basel und unzähliger anderer regionaler, nationaler
oder gar globaler Bibliotheken recherchiert werden. Zum Teil ist es sogar möglich, Literatur online zu bestellen.