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Exkursionsbericht von der schulbiologischen Exkursion auf die Insel Rügen


Ich bin mir sicher, dass mein Schwärmen für die Rügenfahrt auch in der Einleitung schon herauszuhören gewesen ist. Aber ich muss zugeben, dass das am Anfang nicht so war. Ich war skeptisch, ob ich mich mit denen, die ich noch nicht kannte, gut verstehe und ob dieses Programm überhaupt Spaß macht. Nach der Rügenfahrt aber war klar, dass ich hier etwas ganz Besonderes und Einmaliges erlebt hatte.
Die negativen Sachen, zum Beispiel das frühe Aufstehen (ca. 7.00 Uhr), wurden aber von den Eindrücken des Tages übertrumpft. Außerdem mussten einige unserer nicht mitgefahrenen Klassenkameraden ja noch früher aufstehen, da natürlich Schule war und die liebevoll eingerichtete und sehr gut geführte Jugendherberge, die unter anderem auch einen Billardtisch besitzt, entschädigte für alles. Es ist aber vor allen Dingen die Gemeinschaft, die im Laufe der Fahrt immer mehr zusammengerückt ist und mit der man viel Spaß hatte. Auch Leute, die sich vorher vielleicht nicht so gut verstanden haben, verstanden sich jetzt noch schlechter, nein, die verstanden sich jetzt natürlich besser. Man schloss zwar mit demjenigen nicht gleich Freundschaft, aber man verstand jenen jetzt besser und ging auch besser auf ihn ein.
Aber auch die Informationen, die wir an den einzelnen Exkursionstagen bekommen haben, man mag es kaum glauben, nahm ich mit nach Hause und behielt sie mir sogar! Dies ist ein Zeichen dafür, dass nicht nur die Führungen und Einrichtungen super waren, sondern dass auch die Planung perfekt war.
Ich behielt mir unter anderem die interessanten Tipps zur Verwendung von Kräutern und Pflanzen bei der Heil- und Wildkräuterwanderung, die Fakten der Naturschutzinsel Vilm (nebenbei: „BADEN VERBOTEN"), die Informationen zur Insel Rügen in der interaktiven Ökologieausstellung und die dort vor langer Zeit verwendeten Lehrmethoden und Schriften, ausgestellt im Schulmuseum Mittelhagen. Ein wichtiger Unterschied zu normalen Klassenfahrten war die einmalige Lage der Jugendherberge am Meer. Es dauert nur drei Minuten, bis man an der Seebrücke von Binz ist, auf der es abends sehr romantisch sein kann, was dadurch verstärkt wird, dass es Livemusik zu hören gibt.
Außerdem muss ich zum einen die guten Duschen, welche aus einzelnen Kabinen bestehen, und zum anderen das gute Essen loben. Vor allen Dingen das reichhaltige Frühstücksbuffet, aus dem man sich dann auch noch ein Lunchpaket zusammenstellen konnte, ist besonders hervorzuheben. Es gab viel Lustiges. So zum Beispiel der „Generationenstreit" zwischen dem Praktikanten und dem älteren Mitarbeiter des Nationalparkamtes Jasmund, den ich, auch wenn ich vielleicht nicht immer aufmerksam zuhörte, das eine oder andere Mal „bewundern" konnte. Sie widersprachen, unterbrachen und wiederholten sich gegenseitig, so dass man eigentlich gar nichts überhören konnte. Außerdem war da noch das „Rauwollige Pommersche Landschaf", das wohl in jeder Führung mindestens dreimal erwähnt wurde und das für die Insel eine besonders wichtige Bedeutung hat; es garantiert das Kurzhalten der Naturrasenböden. Bei der Nennung des Namens und der wiederholten Erwähnung haben wir wohl alle immer wieder geschmunzelt. Wir eilten von Tag zu Tag in höherem Tempo zu unseren Exkursionsabfahrten. Weil genau das jeden Morgen mehr und mehr zur Routine wurde und dadurch auch alles schneller ging, waren wir im Laufe der Fahrt immer früher an den Treffpunkten beziehungsweise der öffentlichen Verkehrsmitteln. Trotzdem muss ich sagen, dass immer noch genügend Zeit war, um noch mal ein bisschen zu reden oder schon mal sein Lunchpaket in Angriff zu nehmen. Diese zeitigen Abmärsche begründete die engagierte Frau Eisert damit, dass Sie mit der Gruppe vom letzten Jahr wohl immer fast zu spät gekommen sei. Also noch mal ein herzlichen Dank an die anscheinend etwas langsamen Gruppe aus dem letztem Jahr ;-) !
Es gab Beeindruckendes. Damit meine ich zum Beispiel den bekannten Königsstuhl mit dem großem weiß glänzenden Kreidefelsen. Mit diesem muss ich aber auch leider etwas Trauriges verbinden, da uns gesagt wurde, dass hier vor wenigen Jahren eine Frau gestorben ist, die, als sie am Rande eines Felsen stand, mit dem abgebrochenen Felsstück in die Tiefe stürzte und verstarb. Seit dem ist der Bereich übrigens nicht mehr von der Nähe zugängig.
Noch beeindruckender war aber für mich, wie die Natur (Urwaldgebiet) aussieht, wenn man sie nicht einschränkt, womit ich die schon mehrmals erwähnte Naturschutzinsel Vilm meine.
Zum Schluss sei noch gesagt, dass diese Fahrt sehr schön und für mich und auch die anderen unvergesslich war. Ich habe gesehen, dass Rügen ein richtig schön teures Touristenpflaster sein kann, wenn man alle einladenden Läden und Restaurants zum Einkaufen bzw. Essen nutzt.
Ich möchte mit dem Bericht auch erreichen, dass es einerseits den Jahrgangsstufen nach uns ermöglicht wird, diese ganz besondere, ereignisreiche und teilweise abenteuerliche Fahrt auch erleben zu dürfen und andererseits Frau Eisert ermöglicht wird, diese auch weiter zu planen.
Vielen Dank an Frau Eisert für diese unvergessliche Woche. Wenn man sieht, wie viele Leute sie dort kennt und mit wem sie dort gute Kontakte pflegt, was dem Gelingen unserer Exkursion natürlich zu Gute kam, muss man sich fragen:
„Wohnt Frau Eisert auf Rügen oder lebt sie dort schon?"

Cristoph Beblik, ehemals(2007) 10 NW